25 Jahre Unruheständler St. Josef
Etwa 25 engagierte Gemeindeglieder aus der katholischen Pfarrei St. Josef haben sich vor 25 Jahren den Namen „Unruheständler“ gegeben. Idee der lockeren Zusammenkünfte war, sich auch weiterhin, also im Ruhestand, in der Pfarrgemeinde ehrenamtlich zu engagieren: im Gottesdienst und im caritativen Bereich.
Darüber hinaus gestalteten sie auch ein eigenes monatliches Unterhaltungsprogramm, um den „dritten“ Lebensabschnitt abwechslungsreich zu gestalten: Besuch in einer Erzgießerei in Nürnberg, im Bibelmuseum, in der damals neuen und beeindruckenden Jakob-Synagoge in München und im Raumfahrt-Museum in Feucht, um nur einige Bespiele zu nennen. Auch die jährliche Glühweinwanderung gehört mittlerweile zum Jahresprogramm. Die Treffen ereignen sich unter dem Dach einer Kirchengemeinde, in diesem Fall St. Josef in Nürnberg-Wöhrd. Die Pfarrei ist nach wie vor ein Ort der Begegnung, des Zusammenhaltes und der gegenseitigen Unterstützung.
25-Jahr-Feier
„Wenn der Wein als die Milch des Alters gilt, dann fand die Jubiläumsfeier der Unruheständler im denkbar besten Rahmen statt, bei Nürnbergs einzigem Winzer als ordentliche Weinprobe“, so der ehemalige Pfarrer von St. Josef und langjährige Stadtdekan Hubertus Förster, ebenfalls Mitglied bei den rüstigen Rentnern.
Irmgard Rüttinger, St.-Josefer Urgestein und Initiatorin des Treffens, wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass in den 25 Jahren viel passiert sei. „Viele sind nicht mehr unter uns, die die Unruheständler mitgeprägt und geleitet haben, und viele sind neu dazugekommen.“ Zum Jubiläumsfest sind mehr als 40 Personen gekommen.
Der Mensch lebt nicht vom Wein allein, sondern auch vom Wort. Künstlerpfarrer Hans-Peter Weigel führte unter dem Titel „Wein – ein Vorgeschmack der Seligkeit“ durch den Nachmittag, manchmal ernst, oft unterhaltsam. Was der Wein so alles anstellt: Judith kann dem betrunkenem Holofernes den Kopf abschlagen und so fürs erste ihr Volk retten; Johannes der Täufer war Abstinenzler von Geburt an; Jesus war das Gegenteil, seine Gegner beschimpften ihn als Säufer. Jesus offenbart seine Herrlichkeit als Messias, indem er Unmengen Wasser in Wein verwandelt. Und erst das Hohe Lied! Der Inhalt poetisch und sinnlich und nicht jugendfrei.
Die entsprechenden Texte aus der Heiligen Schrift trug Schauspieler Hannes Seebauer, mit St. Josef seit vielen Jahren verbunden, beeindruckend vor.
Hubertus Förster