Fastenpredigt Dr. Bernd Deininger
Eigentlich hätte uns Dr. Deininger bereits 2020 im Rahmen der Reihe „Nachdenkenswert- Worte zur Fastenzeit 2020“ seine Gedanken zu Gen. 1,26 und 27 („Als Abbild Gottes schuf er sie“) vortragen wollen, doch leider kam die Coronapandemie dazwischen. Am 27.6.21 konnte er uns im Rahmen des 10.45 Uhr Gottesdienstes endlich erläutern, warum jeder Mensch wertvoll ist.
Ausgangspunkt für diese Betrachtungsweise ist, von Gott als dem Schöpfer zu sprechen, der die Welt geschaffen hat. Im Schöpfungsbericht steht, dass der Mensch über die Welt herrschen soll. Dabei wird bislang kaum beachtet, dass der Mensch am selben Tag wie die Tiere geschaffen wurde. Dazwischen steht lediglich ein einziger, einzigartiger Beschluss: Gott will den Menschen als sein Ebenbild formen. Dabei geht es um keine körperliche Ähnlichkeit, weil Gott von Anfang an ein rein geistiges Wesen ohne Körper und Gestalt ist. Es geht in erster Linie um geistige Fähigkeiten, um die vollendete Verbundenheit mit Gott, wie sie in Jesus Christus gelebt wurde.
Nur als von Gott geschaffen, kann der Mensch Gottes Ebenbild sein; die Gottebenbildlichkeit wird dem Menschen – und zwar gleichermaßen Mann und Frau- von Gott gewährt.
Die Welt , die Gott geschaffen hat, hat sich nicht verändert. Wir Menschen haben den Beginn des Schöpfungsberichtes so ausgelegt, dass die Menschen an der Spitze der Schöpfungspyramide stehen und alles sich ihnen unterzuordnen hat. Durch unser Handeln haben wir das Wachsen und Mehren ausufern lassen. Daher ist es jetzt höchste Zeit mit unserer Vernunft Grenzen zu setzen, damit die Welt, die Gott geschaffen hat, bestehen bleibt. Als Gottes Ebenbilder sind wir aufgerufen ein ethisch-verantwortliches Leben zu führen, d.h. ein Leben in dem die Liebe zum Nächsten und zur Natur vorherrscht. Das beinhaltet auch die Gottesliebe. Der Mensch ist Mensch in dem Maße, als er anerkennend und gehorchend das Du- Verhältnis zu Gott verwirklicht; so wie Gott uns dies durch die Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus gezeigt hat. Das macht uns Menschen in unserer Individualität wertvoll.
Dr. Jutta Ertl