Fastenpredigten 2018 Vertraut den neuen Wegen
Pfarrer Rainer Maria Schießler, München, 18. Februar 2018: „Vertraut den neuen Wegen – in einer Großstadtpfarrei am Beispiel von St. Maximilian München“
Zum Auftakt der Fastenpredigtreihe in der Pfarrei Allerheiligen unter dem Motto „Vertraut den neuen Wegen“ war der aus Funk und Fernsehen bekannte Pfarrer Rainer Maria Schießler durch Schnee und Eis –und dadurch bedingten zwei Fahrradstürzen- aus München angereist. Schwungvoll zeigte er auf, dass trotz der ständigen Klagen über „die Kirche“ , einschließlich Priestermangel, keine Resignation notwendig ist, sondern (nur) ein Bewusstseinswandel bei den Gläubigen: die Zukunft „der Kirche“, bzw. des Glaubens ist von allen Getauften und nicht nur von den Priestern oder Hauptamtlichen abhängig; es sollte keine Unterscheidung zwischen „Profis“ und „Laien“ mehr geben (Priester sind auch nicht die besseren Christen); alle sind berufen ihre Begabungen (Charismen) einbringen. Pfr. Schießlers Begeisterung für den Glauben war deutlich spürbar und sprang auf die zahlreichen Gottesdienstbesucher über, wie am Applaus hörbar war. (Dr. J. Ertl)
Spiritual Michael Dotzauer, Bamberg, 25. Februar 2018: "Vertraut den neuen Wegen - im persönlichen Leben"
Die 2. Fastenpredigt von Spiritual Michael Dotzauer aus Bamberg stand unter dem Titel: "Vertraut den neuen Wegen - im persönlichen Leben". Der Grundgedanke des Predigers "contra agere", wörtlich übersetzt "dagegen handeln" hat, nicht zuletzt auch durch persönliche Erfahrungen, interessante Anstöße zur Reflexion eröffnet wie : Keiner ist schon im idealen Gleichgewicht von sich selbst. Wo stehe ich, wo gehe ich hin? Gegensteuern! Bei sich selbst anklopfen: sich für Neues öffnen und mutig sein, auch Neues zu wagen. (Bärbel Bockmühl)
Kurienbischof Josef Clemens, Rom, 4. März 2018: "Vertraut den neuen Wegen - in der Weltkirche mit Papst Franziskus"
Zur 3. Fastenpredigt mit dem Thema „Vertraut den neuen Wegen-in der Weltkirche mit Papst Franziskus“ war Kurienbischof Dr. Josef Clemens extra aus Rom angereist, wo er seit über 30 Jahren (anfangs als Privatsekretär vom damaligen Kardinal Ratzinger) tätig ist. Als Beispiel für die neuen Wege von Papst Franziskus nannte er zu Beginn seiner Predigt den unangemeldeten Besuch des Papstes in einem Frauengefängnis in Rom vor einigen Tagen: als Bischof von Rom wollte er den Frauen und ihren Kindern zeigen, dass sie nicht vergessen sind und die Chance für einen Neuanfang haben. Mit solchen „Aktionen“, die auf gar keinen Fall Effekthascherei seien, bringe der Papst die christliche Botschaft ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Kernaufgabe der Kirche sei ja die Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu, dazu müsse die Kirche ihre Türen weit öffnen. Die Institution Kirche dürfe diesem Auftrag keinesfalls im Weg stehen. Bereits bei Jesus bildeten Wort und Tat eine Einheit: das Wort der Verkündigung erklärte das Handeln, das konkrete Tun machte das Wort verständlich. Diesen Weg gehe auch Papst Franziskus: gerade in der heutigen Zeit mit der unüberschaubaren Fülle an Informationen und Meinungen sei das Wort nicht mehr ausreichend, sondern das gute Beispiel und Vorbild notwendig. (Dr. J. Ertl)
Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg, 11. März 2018 : „Vertraut den neuen Wegen – im Erzbistum Bamberg“
„Vertraut den neuen Wegen“ so heißt auch ein aus dem Böhmischen stammendes Lied im neuen Gotteslob. Erzbischof Ludwig Schick wies darauf hin, dass der weitere Liedtext entscheidend sei: „……..auf die der Herr uns weist“. Nicht was wir uns so ausdenken an neuen Wegen für die Kirche sei wichtig, sondern dass wir nach Gottes Weg in die Zukunft für die Kirche suchen und diesen Weg gehen. Entscheidend sei, dass dieser Weg dazu führen solle, die Sendung der Kirche zu erfüllen. In der 2000-jährigen Geschichte der Kirche habe es schon oft Veränderungen gegeben. Zuletzt wurden durch das 2. Vatikanische Konsil etliche Reformen angestoßen, einiges sei schon umgesetzt, aber da sei auch noch Luft nach oben. Der derzeit laufende Strukturprozess im Erzbistum Bamberg sei zwar durch den Mangel an Priestern und hauptamtlichem Personal angestoßen worden, biete aber neue Chancen gerade was die Einbeziehung aller Gläubigen-im Sinne des Laienapostolats- anbelange um die Sendung der Kirche zu erfüllen. Ein Leben nach dem Prinzip Glaube, Hoffnung , Liebe im Alltag jedes Einzelnen, die Glaubensverkündigung und die Caritas seien als einige Beispiele dieser Sendung genannt.
Wie der Weg in die Zukunft des Erzbistums aussehen wird, wisse auch er als Erzbischof (jetzt noch) nicht; der Dialog aller Gläubigen sei erforderlich, um miteinander die richtige Lösung zu finden.(Dr. J. Ertl)
Stadtdekan Hubertus Förster, Nürnberg, 18. März 2018: „Vertraut den neuen Wegen – in der Katholischen Stadtkirche Nürnberg“.
Stadtdekan Hubertus Förster ging in seiner Fastenpredigt auf das Zukunftsbild „Kirche von Nürnberg 2030“ ein, begründet im Rückgang des pastoralen Personals in den nächsten Jahren. Er warb um Vertrauen neue Wege zu gestalten und nicht auf dem Status quo zu beharren. Die leitenden Pfarrer, die diesen Entwurf erarbeitet und vorgelegt haben, haben sich von der Frage leiten lassen: Für wen wollen wir da sein? Ihre Antwort lautet: für alle! Auch für die, die weder im Gottesdienst noch in der Gemeinde auftauchen, die am Rand stehen. Der Stadtdekan sieht eine große Chance in der Neuorientierung der Pastorale hin zu mehr Seelsorge und weg von der Überforderung durch immer mehr Verwaltungstätigkeit, hin zu mehr Begegnung. Die Kirche muss sich für alle Getauften öffnen und diesen einen größeren Entscheidungsspielraum in der Leitung der Gemeinden geben. Dieser Prozess, der in den nächsten 10 -15 Jahren verwirklicht werden soll, wird es mit sich bringen, dass sich alte Rollenbilder, gerade auch im Hinblick auf die Hauptamtlichen, ändern werden. Es werden neue Orte gemeindlichen Lebens entstehen. Und es wird Zentren geben, in denen die Seelsorger bereit stehen für Gottesdienste, Sakramentenspendung und Gesprächsanliegen. Dieser Prozess ist noch im Entstehen: Neue Wege von denn wir nicht wissen, wohin sie führen, die wir aber im Vertrauen auf Gottes Geist gehen können. Er erinnerte an das Pfingsterlebnis, an das Hereinbrechen des Heiligen Geistes in die Schar der Jünger, die dann die Kirche aufbauten und neue Wege gingen. So wünscht sich Stadtdekan Förster die Bereitschaft der Kirche und aller Getauften diese neuen Wege für heute zu finden und den Mut die Probleme der Zeit anzugehen. (D. Hinz-Hemmers)
Ein Mitschnitt der jeweiligen Fastenpredigten auf CD kann über das Pfarramt Allerheiligen für 2,- Euro erworben werden.