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Fastenpredigten 2019 - Vater unser

Die Fastenpredigten 2019 in der Pfarrkirche Allerheiligen nimmt das weltweit wohl bekannteste Gebet – das Vater unser - genauer in den Blick. Hier finden Sie kurze Darstellungen und Zusammenfassungen der Predigten und eine Bildersammlung dazu.
Datum:
25. März 2019
4 Bilder

Prof. Dr. Bernd Dennemarck, Fulda, 10. März 2019: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name
Prof. Dr. Bernd Dennemarck, in Nürnberg geboren , in Eichstätt zum Priester geweiht und jetzt Inhaber des Lehrstuhls Kirchenrecht an der theologischen Universität Fulda, wies zu Beginn seiner Fastenpredigt darauf hin, dass das Vater unser historisch betrachtet wahrscheinlich schon bald nach Jesu Tod niedergeschrieben wurde. Es sei anzunehmen, dass die Jünger Jesu gespürt hatten, dass Jesus eine besonders enge Beziehung zu Gott hatte und dass sie deshalb von ihm lernen wollten, wie sie mit Gott sprechen = beten sollen. Jesus selbst hat wahrscheinlich das Vater unser formuliert.
Vater unser im Himmel  bedeutet, dass wir  gemeinsam an einen personalen Gott im Himmel glauben, der uns alle gleichermaßen liebt. Geheiligt werde dein Name: Diesen Gott heiligen wir indem wir einander geschwisterlich lieben und Gott lieben. Und übrigens hat nicht Gott es nötig, dass wir ihn heiligen, sondern wir haben es nötig ihn zu heiligen. 
(J. Ertl)

Pater Joe Übelmesser SJ, Nürnberg, 17. März 2019: Dein Reich komme, dein Wille geschehe
Pater Joe Übelmesser begann mit der Betrachtung des Vater-unser- Abschnittes „Dein Reich komme, dein Wille geschehe“ anhand des Sonntagsevangeliums: Im Reich Gottes muss es sehr schön sein, denn die Jünger wollen den Moment des „Hineinspitzen´s in dieses Reich“ auf dem Berg Tabor festhalten.
Doch wann kommt dieses Reich zu uns? Es wird dann unter uns erfahrbar, wenn der Wille Gottes geschieht, wenn wir den Willen Gottes erfüllen. Das Reich Gottes kommt also nicht daher geflogen, sondern wir müssen nach dem Willen Gottes fragen und danach handeln.
Wir erfüllen den Willen Gottes, wenn wir die Gebote halten, aber nicht nur oberflächlich, sondern mit Herz und Verstand. Pater Übelmesser erklärte dies am 5.Gebot: Du sollst nicht töten. Es ist zu wenig zu meinen, dieses Gebot einzuhalten, wenn wir keinen Menschen umbringen. Wir erfüllen dieses Gebot erst dann im Sinne Gottes, wenn wir alles Nötige tun, um das Leben von uns, unseren Nächsten und unserer Umwelt nicht zu gefährden.
Bei all unserem Tun sollten wir also darauf achten, unseren Plan nicht nur mit unseren eige-nen Augen, sondern auch mit den Augen Jesu zu sehen, damit der Wille Gottes geschehen und somit sein Reich kommen kann.
(G.Blättner)

Pfarrvikar Andreas Müller, Zirndorf, 24.März 2019: Unser tägliches Brot gib uns heute
Pfarrvikar Andreas Müller predigte zur Vater-Unser-Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ und wies uns immer wieder hin, dass Brot nicht nur Essbares ist.
Brot ist nicht gleich Brot. Da gibt es ein Brot der Zuwendung. In der heutigen Lesung offenbart sich Gott im Dornbusch bei der Begegnung mit Mose:„ich bin der, der ich bin da“. So wie Gott für seine Geschöpfe da ist, sollten auch wir füreinander da sein. Das Hinschauen auf den andern, das aufeinander Zugehen zum Anderen, ein gutes Wort für den Anderen, kann im Nächsten viel bewirken.
Brot ist nicht gleich Brot. Da gibt es ein Brot des Glaubens. Vor zwei Wochen haben wir die Bibelstelle: „der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt“ erst gehört. Dieses Brot sollten wir unseren Mitmenschen geben. Es gibt immer Menschen, die von ihrem Glauben erzählen – denken wir nur an die Zeugen Jehovas - doch bei uns Christen sieht man das selten. Wir haben uns die Stelle aus dem Evangelium einverleibt: „wenn Du beten willst, dann gehe in deine Kammer, schließ die Türe zu und bete“. Wir sollten uns aber noch mehr  den Auftrag des Evangeliums verinnerlichen: „geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium“.
Brot ist nicht gleich Brot.
(G. Blättner)

Pfarrer Roland Huth, Coburg, 31.März 2019: Und vergib uns unsere Schuld
Ausgehend von einer Geschichte von Leo Tolstoi über zwei Frauen, von denen die eine sich für eine große Sünderin hielt und die andere sich keiner wesentlichen Sünde bewusst war, erläuterte Pfarrer Huth wie wichtig die Erinnerungsarbeit ist: Erinnerungsarbeit nicht um in der Vergangenheit zu leben, sondern um das Erlebte zu verarbeiten, statt zu verdrängen. Wir müssen erst einmal bereit sein uns an unsere eigenen (oft wie bei der einen Frau eher kleinen) Fehler/Sünden zu erinnern, diese uns selbst vergeben, damit wir anderen vergeben  und Vergebung annehmen können. Das Sonntagsevangelium vom barmherzigen Vater (Lk 15,11-32) passte gut zum Fastenpredigtthema  „Und vergib uns unsere Schuld“ .  Dabei spielen auch im Lauf der Jahrhunderte sich wandelnde Gottesbilder eine wesentliche Rolle: hoffentlich ist es heute bei uns das Gottesbild eines liebenden, verzeihenden Gottes, der uns stets die Bundestreue hält, egal ob wir mehr dem „verlorenen“ Sohn oder dem fast perfekten Sohn ähneln.
(J. Ertl)