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Triptychon Pfarrzentrum Allerheiligen

Im Pfarrsaal des Pfarrzentrums Allerheiligen hat der Künstler Reinhard Zimmermann ein Triptychon geschaffen, das seine Sicht wichtiger und zentraler Aussagen des neuen Testaments darstellt.
Datum:
12. Mai 2016
8 Bilder

Das Tryptichon in Allerheiligen
Es fällt mir schwer, mit meinen Worten das komplexe Thema des Tryptichons im Pfarrsaal zu beschreiben. Meine Sprache ist eigentlich die Welt der Farben und Formen. Trotzdem will ich
versuchen die Intentionen hinter diesem Panorama zu beleuchten. Dazu muss ich aber in eine frühere Phase meiner künstlerischen Laufbahn zurückgreifen.
Schon in den Studienjahren an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg begannen mich die Themen der Bibel künstlerisch zu faszinieren. Zunehmend wurde die Beschäftigung mit
dem Leben Jesu zu einer Quelle sprudelnder Inspiration für mich. In den Siebziger Jahren, gegen Ende meines Kunststudiums, nahm die Entwicklung eine entscheidende Wendung. In
diesen Monaten entstand ein Zyklus von 52 meist großformatigen Bildern zur Apokalypse des Johannes.
Damals war eine trübe Zeit für junge Menschen: ‚No future’ war angesagt, der ‚Club of Rome’ verbreitete schlechte Zukunftsprognosen. Und genau in dieser Phase ackerte ich die Kapitel der
Offenbarung durch. (Wer diese Kapitel heute liest wird unschwer Parallelen zu unserer Zeit erkennen.) Das Entscheidende jedoch für mich war es, diese Phase durchzuhalten, denn die
Stelle in Kapitel 22: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.“, kam wie eine Erlösung in meine immer dunkler werdende Farbenwelt. Das Erscheinen der Stadt Gottes
veränderte schlagartig meine gesamte Farbempfindung. Die göttliche Verheißung der Erneuerung der Welt wurde zum Impuls einer neuen Hoffnung.
Im Pfarrsaal in Allerheiligen ist die Heilsgeschichte in zehn markante Aussagen gegliedert undin rote Farbe gegossen. Bei der Betrachtung des Tryptichons schälen sich folgende Motive
heraus:
- Jesus treibt die Händler aus dem Tempel
- die Ratlosigkeit der Kreuzabnahme
- die Grablegung
- die Auferstehung Jesu
- Emmausszene
- Himmelfahrt
- Pfingsten
- am Morgen stand Jesus am Ufer
- Reiche kommen Reiche vergehen, Gericht
- die Stadt Gottes
- der neue Himmel und die neue Erde
Ungewöhnlich wird dem Betrachter erscheinen, dass für mich die Reinigung des Tempels dem Zyklus vorangestellt wird. Aber es ist für mich heute wie damals: Es dreht sich alles um das
Geld. Die Nachrichten geben uns ein eher düsteres Bild der Zukunft: Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien finden täglich ihren Platz in der Presse. Auch ich weiß oft
nicht, was ich eigentlich denken soll.
Die Zusage aber, dass Gott uns nahe ist, mit uns geht und uns in seiner Hand hält lässt mich zuversichtlich sein. Die Vision der heiligen Stadt soll Ziel unserer Hoffnung sein. Ein Mystiker des 18.
Jahrhunderts, Gerhard Tersteegen, formulierte es folgendermaßen: „Selig sind, die Heimweh haben, denn sie sollen nach Hause kommen.“

Reinhard Zimmermann