Wort zur Fastenzeit 2023 Dr. Ludwig Schick
Der ehemalige Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick stellte in seinem Fastenwort eingangs klar, dass es beim synodalen Weg mit dem Synodalforum „Priesterliche Existenz heute“ nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“ des Priesteramts in der katholischen Kirche ging/geht.
Die größte Herausforderung der Kirche heute sei es den alten, oder besser gesagt ewigen, Gott neu zur Sprache zu bringen und Jesus Christus erneut interessant zu machen. Dazu seien wir alle berufen. Heute hätten viele Menschen Gott aus ihrem Denken und Handeln verloren und Jesus sei ihnen fremd geworden. Dies müsse wieder anders werden. Dazu brauche es eine neue Ausformung des Priestertums.
Wichtigste Aufgabe eines Priesters sei die Kommunikations- und Dialogfähigkeit. Diese Fähigkeit werde bei der Auswahl und Ausbildung künftiger Priester eine entscheidende Rolle spielen. Der Priester müsse mit den unterschiedlichsten Menschen sprechen können, auch nicht- und andersgläubigen. Priester müssten die Menschen kennen, in einer Sprache mit ihnen sprechen, die sie verstehen, aber auch die modernen Wissenschaften kennen. Sie müssten Glauben und Wissen zusammenbringen. Das Alter für die Priesterweihe werde auf mindestens 30 Jahre angehoben werden. Eine vorherige Berufsausbildung oder ein weiteres Studium wären wünschenswert. Sie werden mehr mit dem Leben der Menschen in Kontakt gekommen sein, bevor sie zum Priester geweiht werden. Es werde auch Priester mit einem anderen Beruf im Hauptberuf geben, Freizeitpriester, und ein Neben- und Miteinander von verheirateten und nicht verheirateten Priestern. Gemeinden werden mehr in die Auswahl und Evaluierung der Priester einbezogen werden. Bleiben werde die Innerlichkeit und Spiritualität der Priester. Priester würden in Zukunft vor allem Teamplayer in Teams mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sein. Priester werden in der Person Jesu Christi handeln; Haupt der Kirche sein. Sie werden im wahrsten Sinn des Wortes Geistliche sein, die die Menschen inspirieren, die Menschen zu Gott führen. Sie werden die Menschen, wie Mose heute in der Lesung, ins gelobte Land Gottes führen. Er beendete seine Predigt mit dem Aufruf an die Gottesdienstgemeinde, dafür zu beten, dass wir auch in Zukunft (gute) Priester haben. Anschließend stand der Erzbischof,em. im Kirchenfoyer noch zum Gespräch zur Verfügung.
Dr. Jutta Ertl