Wort zur Fastenzeit 2023 Dr. Sabine Demel
Ausgehend vom Sonntagsevangelium der Verklärung Christi, sprach die Kirchenrechtlerin Prof. Dr. Sabine Demel zunächst über Gipfelerfahrungen:
Gipfelerfahrungen können erhebend, aber auch erschreckend sein, ja das Zurückliegende in Frage stellen. Sie können fordernd sein, weil es irgendwann wieder vom Berg hinunter ins Tal, in den Alltag geht und dann versucht werden muss diese Gipfelerfahrungen in den Alltag einzubringen.
Manchmal wünsche sie sich unsere Kirchenoberen wären passionierte Bergsteiger. Vielleicht sei der Synodale Weg die Frucht solcher Gipfelerfahrungen.
Zur Frauenfrage in der Kirche: Frauen haben eine facettenreiche Stellung in der Kirche. Zitate von Papst Franziskus belegen, wie wichtig die Frauen für die Kirche sind, u.a. dass Maria viel wichtiger sei als die Apostel, oder dass Frauen viel wichtiger seien als Priester und Bischöfe. 2016 verlieh er Maria Magdalena den Titel Apostolin der Apostel, weil sie den Aposteln das verkündete, was die Apostel anschließend der ganzen Welt verkündet haben. In den vier Evangelien stehe kein Wort, warum bestimmte Aufgaben nicht von Frauen übernommen werden dürften. Frauen seien heute zwar nach vielen Aussagen gleichberechtigt, aber die katholische Kirche sei immer noch sehr männlich geprägt. Frauen können wegen ihres Geschlechts nicht das Sakrament der Weihe empfangen und daher auch kein Schlüsselamt übernehmen. Frauen sind zwar gleichwertig, aber nicht gleichberechtigt. Warum? Laut Papst Franziskus sei diese Tür verschlossen, weil Papst Johannes Paul II sie verschlossen habe. Das den Männern vorbehaltene Priesteramt sei eine Frage, die nicht zur Disposition stehe. Warum lassen Papst und Bischöfe Frauen nicht zur Weihe zu? Begründung von seiten der Kirchenoberen sei, dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Dabei stehe es kirchenrechtlich in der kirchlichen Autorität neu zu beurteilen und festzulegen wie die Ausgestaltung der Sakramente in der Gegenwart erfolgen solle. Theologische oder kirchenrechtliche Gründe gäbe es somit offensichtlich nicht, den Frauen das Weihesakrament vor zu enthalten. Frau Prof. Dr. Demel hofft, wünscht und betet daher, dass die Kirchenoberen viele neue Gipfelerfahrungen, gerade auch in der Frauenfrage machen. Nach ihren engagierten Ausführungen war Frau Professor Demel nach dem Gottesdienst im Pfarrsaal noch eine sehr gefragte Gesprächspartnerin, die auf viel Zustimmung stieß.
Dr. Jutta Ertl