Zum Inhalt springen

Wort zur Fastenzeit 2023 P. Max Cappabianca OP

4. Wort zur Fastenzeit „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ P. Max Cappabianca OP, Berlin
Datum:
21. März 2023
6 Bilder

Wort zur Fastenzeit 2023 P. Max Cappabianca OP
 

Zum Abschluss der diesjährigen Fastenwortreihe sprach  Dominikanerpater Max Cappabianca, der nach langjähriger Tätigkeit in Rom, u.a.  bei Radio Vatikan,  jetzt Hochschulseelsorger in Berlin ist. Sein Thema war das 4. Forum des Synodalen Weges, das letztlich gescheitert war; zu dem wider Erwarten kein gemeinsamer Grundtext  zustande kam, da die erforderliche 2/3 Mehrheit der Bischöfe bei der geheimen Abstimmung nicht erreicht wurde . Pater Max bezeichnete dies als „Denkmal der Schande“, weil die Bischöfe es an Ehrlichkeit hatten mangeln lassen. P. Max erklärte, der wisse aus vielen Beichtgesprächen, dass die Kirche den Menschen im Bereich von Liebe und Sexualität ein schlechtes Gewissen eingeredet, sich an ihnen versündigt habe. Als Beispiele nannte er den Standpunkt der Kirche zur Selbstbefriedigung , der Keuschheit vor der Ehe oder der Homosexualität.  Die Kirche sei an den Menschen schuldig geworden. Es stelle sich die Frage, ob wir den Menschen gerecht werden, wenn wir den Menschen starre und letztlich primitive Regeln auferlegen, Verbote aussprechen, die nur die Angst vor Sexualität fördern und menschliche Reifung verhindern. Eine weitere Frage sei, wie mit dem Scheitern von Beziehungen und den Wiederverheirateten umzugehen sei. Christliche Sexualmoral müsse sich aus den Evangelien entwickeln, wo es deutliche Hinweise gibt. P. Max sieht aber auch positive Ansätze. Kirche wusste immer, dass es nicht nur Nächstenliebe, sondern auch erotische Liebe gibt. Und auch beim Synodalen Weg sind zumindest vier Handlungstexte zum Thema Sexualität verabschiedet worden, u.a. zum „Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“, und  „Segensfeiern für Paare, die sich lieben“. Er befürchtet deswegen keine Kirchenspaltung ,auch wenn  nicht alles in Rom gut gefunden, oder genehmigt werde. Pater Max  schloss damit, dass er großes Vertrauen habe, „dass wir noch zu ganz neuen Einsichten in die Wirklichkeit menschlicher und göttlicher Liebe gelangen werden, wenn wir uns immer mehr zu Christus hinwenden“ und dass wir Jesus Christus bitten sollen die Augen unseres Herzens zu öffnen, um die ganze Größe der göttlichen Liebe zu ermessen. Vor seiner Rückfahrt nach Berlin, blieb Pater Max noch etwas Zeit zu Gespräch und Gedankenaustausch im Pfarrzentrum.    

Dr. Jutta Ertl  

Hier der Text zum Nachlesen