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Wort zur Fastenzeit 3 2024 Pater Fabian Moos SJ

3. Fastenpredigt 2024: „Bitt- und Klagegebet“, Pater Fabian Moos SJ am 17.03.2024 in der Pfarrkirche Allerheiligen
Datum:
19. März 2024
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Schon zu Beginn betonte Pater Fabian Moos, dass er das Klagegebet für sinnvoll hält und führte dies bei seiner Fastenpredigt näher aus. Die evangelische Theologin Dorothea Söllner hatte in einem Text dargelegt, wie leidenden Menschen (konkret Industriearbeitern in sehr schwierigen Arbeitsverhältnissen der 1960er Jahre) aus ihrem stummen Leiden herausgeholfen werden könne. Sie schreibt, dass dies möglich sei, wenn sie klagen können und sieht es auch als Aufgabe der Kirche an ihnen einen Raum zu bieten wo sie stumm leiden, klagen können. Das Leid müsse erst mal aus den Menschen herauskommen können in einer ersten Phase des Klagens. Danach könne man in einen Dialog mit den Leidenden gehen, wie ihnen konkret geholfen werden kann. Ein anderes Beispiel sind öko-psychologische Workshop die einladen über die eigenen, dunklen Gefühle angesichts der vielen ökologischen Katastrophen zu sprechen. „Den Schmerz um die Welt würdigen“, zeige Solidarität mit der Welt, mit den anderen Menschen. Durch das Ausdrücken der Gefühle werde eine „Kompostierung der Gefühle“ möglich. Man werfe die Gefühle nicht weg, sondern gebe ihnen einen Raum. Die Klage sei ein Durchgangsstadium, um dann wieder aktiv zu werden.

Im Evangelium hatten wir den Satz gehört „Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, weint über Euch und Eure Kinder“. Konkret geht es um die Zerstörung Jerusalems, die Jesus kommen sieht. Er wollte den Menschen sagen, dass sie nicht nur auf sein Leiden schauen sollen, sondern auch auf die Leiden der Menschen/der Menschheit und die Katastrophen der Welt. Dies gelte auch für uns Menschen heute. Man könne von gekreuzigter Schöpfung sprechen. Gemeint seien damit die Armen in der Welt, v.a. im globalen Süden, die Zerstörung der Schöpfung durch uns Menschen…….

P. Fabian sagt dann selbst, dass dies alles ziemlich dunkel und mies klingt. Aber die Schöpfung Gottes sei grundsätzlich gut gemacht und wir haben durch die Auferstehung Jesu die Verheißung, dass das Dunkle, die Katastrophen, nicht das Ende ist. Das Leiden sei nicht die letzte Stufe. Die Liebe, das Gute, haben das letzte Wort. Wegen der Perspektive der Auferstehung könnten wir jetzt schon auf das Leben mit einer anderen Brille schauen.

Vor Gott zu klagen ist gesund und wir dürfen es zulassen. P. Fabian lädt uns ein, wenn es uns danach ist, vor Gott zu klagen. Dies sei nicht der einzige und nicht der letzte Schritt im Leben, aber manchmal  der richtige Schritt.   (Dr. Jutta Ertl)